Montag, 3. März 2014

Austernseitlinge selbst züchten

Am Wochenende waren wir endlich im Garten und konnten die Grundlagen für eine erfolgreiche Austernseitlingzucht schaffen.

Austernseitlinge sind ganzjährig wachsende Baumpilze mit sehr edlem Geschmack. Wikipedia sagt euch, was das für ein Ding ist, so ein Austernseitling. Der große Vorteil von Austernseitlingen ist, dass wir sie selbst problemlos und ergiebig züchten und verwerten können. Alles was wir brauchen sind folgende

Zutaten:
- ein paar Holzstämme (Buche, Linde, Birke, Weide, Ahorn, Kastanie, Obstgehölzen oder Eiche; es wird gesagt, etwa 50 cm bis einen Meter lang)
- Impfdübel (das sind kleine Holzstäbchen, die komplett mit dem Myzel (mein Biolehrer sagte immer "Mützel") durchwachsen sind) kann man - wie wir - prima hier bestellen
- einen Bohrer
- einen Hammer (oder für die Grobmotoriker eine Axt)
- etwas Wasser
- Lust auf leckere Pilze und Geduld.

Werkzeug: 



Nachdem wir die Impfdübel bereits Ende Dezember bestellt hatten und das Holz schon im November geschlagen wurde, haben wir uns dann doch endlich Anfang Februar bei schönen Wetter für die Umsetzung entschieden. Die Impfdübel hatten wir in der Zwischenzeit in der Tüte im Kühlschrank. Da haben sich die Mützel weiter prima entwickelt, bis die Tütchen innen vollständig weiß waren. Das Holz konnte so die erforderlichen zwei Monate auf den Einsatz warten (vorher hat es noch zu viele natürliche Abwehrkräfte und könnte die Mützel eingehen lassen).

Also ging es ab in den Garten. Dort habe ich die paar Stämme, die ich hatte, großzügig mit Löchern in der richtigen Größe versehen. Dort kamen die perfekt passenden Dübel rein. Ein Hieb mit der Axt und die Vorbereitungen sind vorbereitet.


Das Mützel guckt noch ein wenig raus. Beim Impfen haben wir darauf geachtet, dass das untere Drittel jedes Stammes ohne Dübel ist, da das ja später dann in die Erde gebuddelt werden soll.

Kurz darauf sollte man sich mal im Garten umsehen, da gibt es nämlich auch schöne Sachen zu sehen. Bei uns zum Beispiel die ersten Krokusse:


So sollte das ganze dann aussehen, der Dübel also ohne Spielraum im Loch stecken: 


Man kann auch mal was anderes probieren und nicht immer nur in die Rinde bohren. Wichtig ist, dass das Mützel scheene durch den Stamm wächst.


 Super, die Frauen sind noch da, da kann`s ja weitergehen.


Am Ende habe ich die paar Stämme aufrecht in eine Zinkwanne gestellt und etwas Wasser drüber gegossen, damit die Mützel schön feucht sind und nicht austrocknen. Gelegentlich werde ich prüfen, ob die Stämme schön feucht - aber nicht nass - sind.


Und fertig war sie, die Pilzwanne. 
 


Die kommt jetzt noch solange in den Schuppen, bis draußen kein Frost mehr zu erwarten ist. Dabei werde ich immer Wasser nachgießen, wenn ich denke, dass die Stämme etwas trockener werden.

Dann stecke ich die Dinger in die Erde und zwar an eine dunklere, feuchtere Stelle, damit die Stämme nicht austrocknen. Nach wenigen Monaten werden wir ernten können :-)

Als beim Einschlagen der Dübel ein paar Flocken vom Mützel abgestreift wurden, kam ich auf die Idee, die einzusammeln und zusammen mit etwas Bohrspähne in die übrigen Tütchen zu stecken. Gesagt, getan, noch ein paar Tropfen Wasser drauf und ab in den Kühlschrank. Und siehe da: Die Mützel entwickeln sich wieder prächtig. Sobald die Späne schön durchwachsen ist, werde ich mal mit der Bohrmaschine in den Wald fahren und ein wenig Totholz impfen, damit wir uns da auch noch eine kleine Quelle anlegen :-) Es macht jedenfalls sehr viel Spaß. 

Und so sieht das dann aus. Es fängt schon schön an zu wachsen :-)


Wer nicht auf Zucht steht, kann Austernseitlinge auch der Natur rauben. Hierbei hilft euch natürlich unser "Pilz Finder", den ihr hier runterladen könnt .


Update (13.03.2014):


"Die Austernseitlinge entwickeln sich prächtig"